Berichterstattung über Videospiele

Oktober 26th, 2011

Aufruf zur besseren Berichterstattung über Videospiele

Ich habe das Gefühl, ich wäre in den vergangenen Jahren einem gigantischen Irrtum erlegen. Warum? Ganz einfach: Weil ich mich permanent geweigert habe, mich mit der kunterbunten Digitalwelt der Videospiele auseinanderzusetzen. Vorweg: Ich bin ein begeisterter Leser sorgfältig angefertigter Magazine, abonniere 6 verschiedene davon und Lese zu allen möglichen Gelegenheiten: In der U-Bahn, in der Badewanne, vor dem Einschlafen, etc. Dementsprechend oft treibe ich mich im Kiosk meiner Wahl herum und suche nach neuer Lektüre. Nur eine Abteilung habe ich bisher stets übersprungen: Die der Video- und Computerspiele. Nun kommt mein Sohn so langsam aber sicher in das Alter, in dem man Fragt, ob man einen Game Boy oder eine X Box zum nächsten Geburtstag geschenkt bekommt. Meine Antwort lautete jedes Mal: Nein. Denn mit diesen ganzen düsteren Gestalten, die auf den Deckblättern der von mir stets gemiedenen Videospielmagazine zu sehen sind, sollte mein Sohn nichts zu tun haben.

Doch genau hier zeigt sich, dass ich eigentlich keine Ahnung von solchen Spielen habe. Als die Betteleien meines Sohnes schließlich zu anstrengend wurden, um sie weiterhin mit einem simplen „Nein“ abzutun, setzte ich mich mit der Materie auseinander. Es musste doch Spiele geben, die man seinem Sohn bedenkenlos zumuten könnte, von denen er vielleicht etwas lernt oder einen Einblick in inspirierende Fantasywelten kriegt, wie sie etwa mit Star Wars oder Herr der Ringe vergleichbar sind. Und tatsächlich: Solche Spiele gibt es! Nur ist davon in den meisten Magazinen nichts oder nur sehr wenig zu lesen. Informative Texte oder praktische Übersichtslisten im Stil der Liste der besten Video- und Computerspiele vom Verleihshop-Blog findet man in dieser Form nicht in den gängigen Videospielheften. Das Internet muss erst her, damit der ahnungslose Vater in angemessener Form über die künstlerische Relevanz von beispielsweise dem PlayStation 3-Spiel Shadow of the Colossus oder den echten spielerischen Wert des Wii-Spiels Super Mario Galaxy informiert wird. Und ich frage erneut: Warum?

Als ich mich in die Welt der Videospiele mittels Gamestar, Play3 und Gamepro eingelesen habe, war ich schon ziemlich irritiert. Ich habe überall nur so genannte „Tests“ gefunden, die meistens in kleinere Absätze gegliedert waren, in denen irgendwelche technischen Merkmale aufgelistet wurden. Das hat mir in diesem Fall natürlich nicht weitergeholfen. Ich kann nicht abschätzen, wie geeignet ein Spiel für mich oder meinen Sohn ist, wenn ich erfahre, wie groß der Fortschritt der Grafik zwischen den PlayStation-Spielen Demons Souls und dessen Nachfolger Dark Souls ist.

Was mich ziemlich belustigt hat: Nach einem Foreneintrag, in dem ich meine Enttäuschung über die Berichterstattung der Spielemagazine kundtat, wurde ich auf ein Sammelsurium an Internetlinks verwiesen, das sich mit dem Thema Unzureichende Bewertungsmethoden der gängigen Spielemagazine befasste. Offenbar wird hier gerade eine ziemlich ausführliche Diskussion geführt.

Dazu kann ich als Außenstehender nur sagen: Hier muss sich etwas ändern – und zwar bei den entsprechenden Spieleheften!